Blütenlese

11. Oktober 2008

Wenn’s Hühnerblut vom Messer spritzt

Filed under: Der Spiegel — by M. M. @ 00:20:57
Tags: , ,

…dann geht’s dem Jud nochmal so gut – weiß zumindest die Ulli vom Spiegel. Dies ist die gute böse Mär: Im „jüdischen Glauben“ haben „sündige Menschen ihr Lebensrecht verwirkt“. Gelegentliches Knabenschlachten, wie gehabt, könnte zwar Abhilfe schaffen, aber Ulli und Palestinian Human Rights Watch würden es sofort einer alarmierten Öffentlichkeit melden, also begeht man im perfiden Zion jetzt ersatzweise Ritualmord an Hühnern – „vor allem streng gläubige Juden“ treiben es derart arg.

Das ist nicht nett, also hat Ulli zur Strafe die dunkel-drohende Silhouette des ewigen ultraorthodoxen Tierquälers vor die blau-weißen Farben Israels gesetzt. Die sind dem Frommen als Symbol eines gotteslästerlichen Staates zwar verhasst, aber hallo, wann hat Ulli schon mal Gelegenheit, den eklen zionistischen Fetzen adäquat kot- und blutbeschmiert in Szene zu setzen? Schließlich lässt sich so ein nicht zu vermeidender Artikel ebenso unvermeidlich bereits per Aufmacher vergiften.

ja, so sind sie

Se non è vero, è ben trovato, trotzdem ein Faktencheck: Ullis „Jahrtausende alte[s], symbolhafte[s] Ritual“ führt heutzutage in Israel öfter mal schnell in den Knast, wird, wenn überhaupt, dann von Orthodoxen vollzogen, meisten mit Geldbeuteln anstatt Hühnern, und ist auch unter den Frommen umstritten, da der Schulchan Aruch bereits im sechzehnten Jahrhundert davon abriet, Maimonides sogar im zwölften.

Hätte Ulla als Firmling aufgepasst, wüsste sie, dass Juden seinerzeit, um den Menschen zu schonen, und anders als die Nachbarvölker, das Tieropfer eingeführt haben. Da sich auch davon bedauerlich wenig gehalten hat, musste Ulla eigens die ultraorthodoxe Hochburg Bnei Berak aufsuchen, um im Blutrausch die ersten vier Absätze ihres Artikels zum „höchsten Feiertag des Judentums“ aus „Tel Aviv“ prominent bebildern zu können.

In Ullas Kreisen lässt man, zum ungeschwefelten Pinot, dem Bio-Bressehuhn von Bauernmägden aus Burgund den Hals umdrehen, denn die haben weder Schtreimel noch Pejes und erst Recht keine perversen Hintergedanken – Jahrtausende alte eines Rachegotts schon gar nicht. Somit ist es nicht mehr als recht und billig, den SPIEGEL-Leser auch zu Jom Kippur das gewisse bisschen mehr wissen zu lassen.

Herr Terkessidis: Schreiten Sie ein! Oder fallen Ullas Obsessionen am Ende gar nicht in ihr Ressort?

Links zum Thema:

  1. Wikipedia-Eintrag zu Kaparot
  2. Lizas Welt zu Frau Putz

Bild: Screenshot (Ausschnitt, verkleinert) Ulrike Putz/Spiegel online, 9.10.08

1 Kommentar »

  1. […] mal wieder auf den Putz – Putz’ Welt – Als Ulrike mal auf den Putz haute (und was daraus wurde) – Wenn’s Hühnerblut vom Messer spritzt – Die Libido der „Israelkritiker“ – Welcome to Hamastan – Mind the Gap – Dialektik des Terrors […]

    Pingback von Ulrike, die putzige « Das politisch inkorrekte Wörterbuch — 11. Oktober 2008 @ 22:15:46 |Antworten


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: