Blütenlese

6. November 2008

US-Imperialisten zocken Migranten ab!

Filed under: Kapitalismus — by M. M. @ 01:10:29
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BERLIN: Wladimir Kaminer, hart arbeitender Humorarbeiter, zeigt sich empört. Noch heute Abend war er bester Dinge, unterbrach eine seiner Lesungen für die Linkspartei und stellte sympathisch verschmitzt fest: „Wieder kriegen die Schwarzen den beschissensten Job!“ Dem des US-Präsidenten, nämlich. „Früher als Amerika gut dastand“, hätten „das die Weißen gemacht“. Jetzt aber, mit der „soziale Zerütterung[sic] zwischen arm und reich“, den Kriegen „im Ausland, im Irak und gegen Afghanistan“, der „Arbeitslosigkeit“, der „Finanzkrise“, jetzt müsse „das alles … ein Schwarzer ausgerechnet in Amerika ausbaden“.

Heuschrecken des Onion-Trusts vergriffen sich umgehend am Volkseigentum:

WASHINGTON—African-American man Barack Obama, 47, was given the least-desirable job in the entire country Tuesday when he was elected president of the United States of America. In his new high-stress, low-reward position, Obama will be charged with such tasks as completely overhauling the nation’s broken-down economy, repairing the crumbling infrastructure, and generally having to please more than 300 million Americans and cater to their every whim on a daily basis. As part of his duties, the black man will have to spend four to eight years cleaning up the messes other people left behind.“

Der Kapitalismus mit seinem Zwang zum ständigen Konsum, schäumt der Autor, sei ja schon übel genug, und eigentlich nur in seiner Dreizimmer-Altbauwohnung in Berlin-Prenzlauer Berg zu ertragen gewesen. Während sich jedoch der kapitalistische Staat mit seiner Ideologie nicht nur in seine Altbauwohnung, sondern „in jeden Haushalt“ gedrängt hätte, beeinflusse der Sozialismus „das Leben der Menschen … eigentlich nur indirekt“. Zudem, so Kaminer erregt, habe sich der Kapitalismus jetzt auch noch selbst zugrunde gerichtet, er sehe also um so weniger Anlass, der Expropriation seines geistigen Schaffens tatenlos zuzusehen – zum Scherzen sei er nicht aufgelegt, sein Anwalt verständigt und das letzte Wort noch nicht gesprochen.

4 Kommentare »

  1. Naja, soooo unglaublich fern liegt die Idee ja nicht, dass nicht zwei Leute sie unabhängig voneinander gehabt haben könnten😉 Wie auch immer: In Kaminers schwerem russischem Akzent klingt sie geiler!

    Kommentar von David Harnasch — 6. November 2008 @ 07:50:55 |Antworten

  2. Na ja, stimmt. Was die Amis da „gegen Afghanistan“ treiben, geht auf keine Kuhhaut, und Obama will ja auch nicht damit aufhören, eher im Gegenteil. Gut, das Wladimir dass mal zur Sprache gebracht hat – die US-Kollegen haben sich wohl nicht getraut.

    related: beim Googeln fand ich diese, nun, bemerkenswerte Seite eines stramm national Gesinnten Friedensfreundes.

    Kommentar von M. Möhling — 6. November 2008 @ 12:53:52 |Antworten

  3. Heh… irgendwie haben die beiden sogar recht🙂

    Kommentar von macbloger — 6. November 2008 @ 18:55:11 |Antworten

  4. Warten wir erstmal ab ob sich Obama wirklich als „die “ Hoffnung herausstellen wird…

    Ich drücke ihm zumindest die Daumen!

    Kommentar von crucible — 6. November 2008 @ 19:04:54 |Antworten


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