Blütenlese

5. März 2009

Lernen, mit Jörg Lau zu leben

Filed under: Die Zeit,Islam — by M. M. @ 00:18:02
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Von Lau lernen, heißt siegen leben lernen:

Ich habe heute eine Reihe von Texten gelesen, die mich zum Grübeln bringen. So viele, dass ich noch lange nicht mit dem Grübeln fertig bin.

Weit gefehlt, man ist beeindruckend fertig:

Wir müssen neue Prioritäten setzen: Unsere Hauptaufgabe ist es, den Bin-Ladenismus zu besiegen. Und in diesem Kampf sind nicht die moderaten Muslime (oder Ex-Muslime) unsere wichtigsten Verbündeten, sondern diejenigen Radikalen und Fundamentalisten, die sich nicht dem Dschihad gegen uns verschworen haben.

Solche Prioritäten mögen im Rahmen eines opportunen -und erstaunlich kalten- Kalküls in islamischen Gesellschaften denkbar werden, wo moderate oder gar ex-Muslime keine Hoffnung auf gesellschaftlichen und politischen Einfluss haben, im Gegenteil die Muslimbrüder et al jede Wahl gewinnen würden, so es welche gäbe. Verantwortungsethik zieht das geringere Übel dem aussichtslosen Kampf vor. Dass aber westliche Gesellschaften den Dialog mit ihren Feinden suchen sollten, sofern er gewaltfrei bleibt, ist defätistisch und infam – als wäre mit NPD und DVU über die Lösung nationaler Fragen zu diskutieren, sofern sie nur zusagten, Freie Kameradschaften außen vorzulassen.

enragierter Anti-Bin-Ladenist

Nur verbal radikal: Enragierter Anti-Bin-Ladenist

Eine demographische Entwicklung[1], die Herr Lau ebenso wie Frau Roth partout nicht einmal problematisiert sehen möchte, erzwingt die Doppelmoral bezüglich autochthoner und allochthoner Feinde der Offenen Gesellschaft. Ein Immigrationsregime wie in anglophonen Einwanderungsländern, dass Delikte und falsche Angaben naturalisierter Neubürger auch nach Jahrzehnten mit Ausweisung sanktioniert -nicht unbedingt, weil dies als gerecht, sondern schlicht als pragmatische Lösung immanenter Probleme von Einwanderungsgesellschaften gesehen wird-, gälte den Befürwortern einer Aufsüdung der Residenzgesellschaft als erster Schritt in den Faschismus; denen gilt, dass Deutschland von „innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi ‚verdünnt‘ werden“ müsse (Joschka Fischer, Risiko Deutschland, 1994). Den absehbaren Folgen dieser Entwicklung durch gesellschaftliche und politische Ächtung, Repression und Kampf zu begegnen, anstatt durch impotente, aber lukrative Bemühungen des migrationspolitisch-sozialpädagogischen Komplexes, muss um jeden Preis verhindert werden, sei es durch hysterisches Gekreisch, trunkene Emphase oder durch das, ja, laue Zaudern eines Hamlets zweiter Wahl.

Bei dieser Entwicklung geht es nicht um eine etwaige, durchaus zu begrüßende Bräunung des deutschen Volkskörpers, sondern die identitäre Stärkung regressiver Kieze in Volxküchen und Volxgenossenschaften, auf dass am deutschen Wesen einstmals die ganze rassistische weiße Welt genesen möge, mitsamt imperialistischem, kapitalistischem, zionistischem und islamophobem Unrat. Was allerdings bei Frau Roth Überzeugung und tiefes, unreflektiertes Sehnen ist, ist bei der liberalen Intelligenzija schlichtweg zaudernde Feigheit, die sie sich gern als Tiefe auslegt. Über das credo quia absurdum et pereat mundus erzielt der reine, edle Tor den maximalen Distinktionsgewinn gegenüber seiner sozialen, politischen und beruflichen Bezugsgruppe.

Dass liberale Feuilleton hat kein Messer, sondern die Verrentung im Kopf.

  1. Franco Frattini, former EU justice commissioner, FTD, September 12, 2007: While 85 per cent of unskilled labour goes to the EU and only five per cent to the US, some 55 per cent of skilled labour goes to the USA and only five per cent to the EU

Bild: Slate/Washington Post, verkleinerter Ausschnitt

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