Blütenlese

19. März 2012

Mein progressiver Alltag

Kreuzberg 36, Gartenfest einer Wohngenossenschaft. Sitze abseits, grüße unwillig zurück, habe wg. schlechter Erfahrung kaum Lust auf small talk; the more you know. Hätte nicht kommen sollen. Bin aber Genosse, was soll’s, vielleicht wird es eine angenehme Enttäuschung. Zur Not schreibe ich drüber.

Auch ein Punk

Ein älterer und altgedienter Genosse ist nett, wendet sich mir zu, sucht das Gespräch, hält mich vielleicht für einen Neuling. Wir reden von den Nachbarn, er erzählt mir von Punks und Anarchos in seinem Haus, die zum Islam übergetreten seien. Hatte ich danach gefragt? Egal, jetzt bin ich informiert. Äußere Unverständnis, Marx hat schließlich in bösen Tönen über regressive, feudalistische, auch speziell islamische Gesellschaftsordnungen geschrieben, die Gott sei Dank von der Bourgeoisie weltweit hinweggefegt werden würden, dass sei ihre durchaus verdienstvolle Rolle, bevor sie selbst ausgedient habe. Linke hätten sich noch vor 20-30 Jahren an den Kopf gepackt bei solchen Schritten, wende ich ein, Solidarität mit den Entrechteten dieser Welt, nu ja, wenn’s das ist, aber doch bitte kein abergläubischer Mumpitz. Warum die Herren Punk und Anarcho dass denn machten, frage ich. Ja, wegen „der Sache in Palästina“ sei das. (more…)

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