Blütenlese

19. März 2012

Unter Hatifnatten

Für Judith Butler

Schon eine ganze Weile her. Muss über den Heinrichplatz. Ist heute sonderbar. Menschen stehen da. Seltsam vereinzelt. Viele durchscheinend, da, aber nicht ganz. Spruchbänder, aber meist nicht so schwere, eher eins pro Person. Geschlecht? Ja, auch. Welches? Nicht immer klar. Farben. Sollen sicher froh sein, die Farben, lebensfroh? Kommen aber eher gedeckt rüber. Liegt das am Waschautomaten zu 3.- für 16Kg? Oder an Kleidersammelstellen, die in der Sonne bleichen? An die Sonne kommen die Jungs und Mädels hier auf jeden Fall selten, aber ausgebleicht sind sie. Bleicht Mondlicht? Ein Flugblatt wird mir in die Hand gedrückt. Nein, ein flyer. Oder flugi, passend zum transpi; these guys sure want to die before they get old. Gedrückt ist auch nicht richtig, kein rechter Druck da. Mehr so ein Hinhalten, in meine Richtung, interpretationsfähig, kein Stress.

Auf gut deutsch in der stets auch antizionistisch befreiten Zone

Vor einigen Tagen gab es eine Fete im SO36, erfahre ich, gender, no-gender und was sonst so kreucht und fleucht, you get the drift. Danach gingen einige drag queens, oder kings, oder so, (don’t be judgemental, you bigotted fuck) nach Hause. Abendessen, Zähneputzen, schlafen gehen. So war es geplant. Auch Menschen. Aber: Ein Wagen quietscht, bremst. BMW, höre ich. Graue Wölfe drin, mit ditto Aufkleber drauf. Starke junge Herren steigen aus, kurzgeschoren, Stiernacken, bodygebildet. Auch Menschen. Es gibt kein Taxi ins Klo, aber dafür welche ins Urban-Krankenhaus, die Wölfe bestehen darauf. Es tut weh. (more…)

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